Digitale Qualifizierungsoffensive

Digitale Qualifizierungs-offensive in Unternehmen

Der Zukunftsforscher Alvin Toffler formulierte bereits in den 1970er-Jahren, was heute für alle berufstätigen Menschen gilt:

Die Analphabeten des 21. Jahrhunderts werden nicht diejenigen sein, die nicht Lesen und Schreiben können, sondern diejenigen, die nicht lernen, verlernen und wieder lernen.

Stellen Sie sich vor, durch Ihr Unternehmen geht eine Welle der Lernbereitschaft. Dafür müssen Ihre Manager aber auch Schritt halten können, Sie den Einsatz von digitalen Medien im Unternehmen möglich machen und Mitarbeiter wissen, dass sie selbst für den Erwerb von Wissen verantwortlich sind.

Evolution des betrieblichen Lernens

Die Digitalisierung hat nicht nur unser Arbeiten verändert, sondern auch den Wissensaustausch sowie das betriebliche Lernen. Eine Folge davon ist das Modell 70-20-10: 70 Prozent des Lernens erfolgt On-the-Job, 20 Prozent in sozialer Interaktion und 10 Prozent in klassischen Lernsituationen. Nicht trivial für Unternehmen. Allerdings auch eine große Chance – vorausgesetzt, Unternehmen wenden die richtigen Instrumente an.

In klassischen Bildungsstätten wie Akademien und Seminarhäusern scheint jedoch noch immer die Zeit stehen geblieben zu sein. Denn auch wenn diese mit Kreativräumen und modernen Visualisierungsmethoden arbeiten, hat sich bezüglich ihrer Lerninstrumente wenig geändert: Der Dozent steht im Mittelpunkt des Geschehens.

Was aber ist mit Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Immersive Experience, die immer mehr an Relevanz gewinnen? VR-Brillen beispielsweise simulieren in 3-D-Technik, wie Arbeitsplatz und Aufgaben künftig funktionieren. Und was noch vor einiger Zeit mit hohen Kosten verbunden war, ist mittlerweile erschwinglich: Eine Oculus Go Brille zum Beispiel gibt es inzwischen für 100 Euro, inklusive Technik und Software. 5G und Clouds sorgen dabei für schnellere und billigere Möglichkeiten.

Effektiver und erfolgreicher als teure Bildungshäuser

Während im klassischen Schulunterricht diese Technologie mittlerweile Standard sind und Schüler in Städte und Landschaften beamen (Spaßfaktor inklusive), nutzen Akademien und Seminarhäuser dies kaum. Wenn jedoch 70 Prozent des Lernens zukünftig am Arbeitsplatz erfolgt, muss diesen Veränderungen entsprochen werden. Das heißt, Bildungsmanager müssen ähnlich wie Programmierer in agile Produktentwicklungsteams vor Ort integriert werden.

Wenn Unternehmen wie Spotify, ING-DiBa oder Commerzbank Programmierer in ihre Projektteams integrieren, sollte das auch für Bildungsmanager gelten: Statt Scrum Master besetzen Learning and Education Master den Qualifizierungsbereich und damit das weite Feld der sozialen Kompetenzen und Konfliktlösungen in Teams. Effektiver und erfolgreicher als teure Bildungshäuser, denn viele Bildungsmanager verfügen als Coach über eine systemische oder gruppendynamische Ausbildung, die für diese Aufgaben prädestiniert ist.