Vorschule im Silicon Valley

Vorschule im Silicon Valley

Die Schulausbildung in den USA ist für viele deutsche Expatriates-Eltern eine große Herausforderung. Denn da sind in Stanford schon mal 25.000 US-Dollar für die Grund- oder Vorschule jährlich pro Kind zu berappen. Bei dem vielen Geld fragt man sich, ob sich das lohnt?

Die Journalistin Astrid Maier zog mit ihrer fünfjährigen Tochter 2015 nach Kalifornien und berichtete im Spiegel Erstaunliches. Ihre Tochter konnte kaum ein Wort Englisch bei der Ankunft und verbesserte nach einem Jahr auf der Rückreise bereits ihre Eltern in der amerikanischen Sprache. Das Kind durchlief in einem Jahr eine Metamorphose, die Pädagogen in Deutschland nicht für möglich halten.

Design Thinking und der Umgang mit 3-D-Druckern sind in Vorschulen Standard

„Natürlich hat Malina hier angefangen, das Programmieren zu lernen. Ihre Lehrerin hat uns Eltern mit einem Passwortzugang zu einer App versorgt, mit der Fünfjährige spielerisch die Grundprinzipien der Programmiersprache Java lernen können. Malina liebt diese App, sie verbringt viele Stunden zu Hause damit. Im Nachmittagsangebot unserer Schule enthalten sind – gegen Bezahlung – zudem Kurse in Design Thinking und 3-D-Druck. Ich bin nicht davon überzeugt, dass Grundschulkinder all das schon wirklich lernen müssen. Aber ich habe inzwischen begriffen, dass Technikversiertheit hier genauso dazugehört, wie Waldorfschulen und das Basteln in Deutschland“, so Astrid Maier im Spiegel.

Die Journalistin berichtet davon, dass die Schule ihrer Tochter eine Sprachmentorin organisierte, damit sie sich schnell verständigen könne. Die rasche Integration von Menschen ist im Silicon Valley eine Grundvoraussetzung für die Prosperität des Valleys.

„Elon Musks’ Sternenhimmel muss das Ziel sein, nicht die Versetzung“

Während hierzulande Apologeten der digitalen Transformation wie Manfred Spitzer, Autor des Buches „Digitale Demenz“, solche Ideen für Teufelszeug halten, gehen Schulen in Kalifornien sehr entspannt mit dem Thema um. Dabei ist jedem freigestellt, ob die Kinder bereits im frühen Alter an digitale Medien herangeführt werden. Die beiden Google-Gründer sollen ihren Kindern übrigens erst ab dem 14. Lebensjahr erlauben, mit Computern zu arbeiten.

„Nach einem Jahr Silicon Valley gehören für mich Programmieren und Technikversiertheit auf den Stundenplan einer jeden Grundschule. Jedes Jahr, in dem hier nichts geschieht, fallen wir noch weiter gegen das Valley zurück. Und wir müssen Kinder ermutigen, neue Wege auszuprobieren, Risiken einzugehen, auch wenn am Ende das Resultat vielleicht nicht stimmt. Elon Musks’ Sternenhimmel muss das Ziel sein, nicht die Versetzung“, ist Maier überzeugt.