Digitalisierung in der Pflege

Digitalisierung in der Pflege

Buurtzorg ist mit 7.000 Krankenschwestern und -pflegern das größte niederländische Unternehmen für ambulante, häusliche Krankenpflege. Es wurde 2006 von Jos de Blok – der zuvor zehn Jahre lang als angestellter Krankenpfleger und Manager gearbeitet hatte – gegründet.

Da er kaum Chancen sah, als Pflegeleiter ein Unternehmen von innen heraus verändern zu können, gründete er Buurtzorg. Ein ambulanter Pflegedienst wurde bislang zentral gesteuert. Mit der Professionalisierung der ambulanten Pflege wurde das Berichtswesen über Finanzen, Fahrtzeiten, Behandlungszeiten und Qualitätsstandards der Pflege in den vergangenen Jahren immer mehr ausgeweitet. Unternehmen reagierten mit zentraler Planung und hierarchischen Organisationsstrukturen. Das gibt es bei Buurtzorg alles nicht. Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens ist inzwischen auch von Wirtschaftsprüfern attestiert. In Deutschland einen solchen Pflegedienst aufzubauen ist allerdings wegen der enormen Dokumentationspflichten nicht sehr einfach. In Weinheim gibt es ein entsprechendes Projekt von Dominik Pauly.

Dokumentation durch Digitalisierung in der Pflege vereinfachen

Einer der wichtigsten Gründe, dass es heute Buurtzorg gibt, ist der, dass die Dokumentation die Pflegerinnen viel Zeit kostet. Hier heißt es, die Mitarbeiter mit iPads auszustatten, um den bürokratischen Aufwand abzukürzen. Stationäre Krankenhäuser wie das Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg haben mit digitalen Medien im Medizinbereich sehr gute Erfahrungen gemacht. Das müsste auch im ambulanten und stationären Pflegedienst möglich sein.

Roboter in der Pflege

In Japan ist bereits heute ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt. In Deutschland wird diese Zahl 2030 erreicht sein. Mehr als drei Millionen Menschen sind dann pflegebedürftig. In Japan fehlen heute schon Pflegefachkräfte, so dass dort Roboter entwickelt wurden, wie der Unterhaltungsroboter Parlo. Die Maschine von Fujisoft beherrscht etwa 500 Programme, ist 40 Zentimeter groß und unterhält mit Rätseln, Musik und Sodoku. Das war allerdings nur der Beginn der Digitalisierung. Auf der größten Technikmesse der Welt, der CES in Las Vegas, wurden 2016 Roboter gezeigt, die folgendes können:

  • Geruch anzeigen (Inkontinenz)
  • Personen und Lasten heben können (Gesundheit der Pflegekräfte)
  • Video- und Telefonkonferenzen mit Ärzten, Pflegern, Verwandten und Patienten organisieren
  • Pflegepatienten überwachen
  • Notrufe für Notfälle absetzen
  • Medizinische Diagnosen erstellen
  • Patienten unterhalten, Geschichten erzählen, Musik auswählen u.a.