Bildung im Wandel: Nachhilfe im Netz

Bildung im Wandel: Nachhilfe im Netz

Wenn tatsächlich durch die Digitalisierung 60 Prozent aller Arbeitsplätze in Frage gestellt werden, heißt das für viele Menschen hierzulande, dass sie erneut die Schulbank drücken müssen.

Khan Academy, Coursera, Lecturio, Udacity, Udemy sind amerikanische Lernplattformen, die von Studenten und Firmen genutzt werden, um sich weiterzubilden. Und auch in Deutschland hat sich mittlerweile eine YouTube-Szene gegründet, die besonders für Schüler Erklärvideos ins Netz stellt. So glänzt das ZDF beispielsweise mit „musstewissen“. Ab der 8. Klasse gibt es hier kostenlosen Nachhilfeunterricht in fünf Fächern: Mit „Mathe by Daniel Jung“ gibt es Wissen ab der 5. Klasse – eine Art Bonsaivideos der Khan Academy. Im Fach Geschichte und Politik kann man sich bei MRWissen2go, über Chemie bei Techtastisch und über Physik bei Phil’s Physics informieren. Breiter angelegte Formate sind TheSimpleClub und die Klugscheisserin. So bietet TheSimpleClub im Plauderton in acht verschiedenen Disziplinen neben Videos auch Übungsaufgaben und Zusammenfassungen von Vorlesungen. Fragen, die sich kluge Leute schon immer gestellt haben, beantwortet Frau Ruhfus in den Klugscheißer-Videos.

Das Internet macht vor dem Wissens- und Lernmonopol der Schulen nicht Halt

Und wie sollte es anders sein: In Deutschland warnen Lehrer vor diesen Videos. Sie würden manche Begriffe nicht richtig erläutern. Außerdem seien einige YouTuber weder Lehrer noch hätten alle Cliphersteller ihr Fach an einer Hochschule studiert.

Tatsächlich macht das Internet vor dem Wissens- und Lehrmonopol der Schulen nicht Halt. Da bleibt vielen Lehrenden nur die Möglichkeit, mit ihren Schülern über das Internet zu sprechen und Fragen zu beantworten:

  • Wie kann man das Internet für den Lehrstoff nutzen?
  • Wie können Schüler das Internet nutzen und was sind die besten Seiten?
  • Welche Risiken birgt das Internet für das Lernen?
  • Wo ist es besser analog zu lernen (Bücher, Zeitschriften, Dialog etc.)?

Diese Fragen gilt es übrigens auch für viele Unternehmen zu beantworten. Wenn demnächst Selbstlernformen in der betrieblichen Weiterbildung angesagt sind, dann kann man den Einzelnen dazu in die Lage versetzten, Lernkanäle und Internetinformationen zu nutzen.