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zukunft youtube-star?

„Mit lautem Gepolter trennte sich Simon Unge Ende vergangenen Jahres von seinem Netzwerk Mediakraft. In einem Video erklärte der Youtube-Star, die Firma unterstütze ihn nicht ausreichend bei der Sponsoren-Suche, er fühle sich nicht ernstgenommen, die Vertragsbedingungen seien unfair. Durch Unges Protest wurde zum ersten Mal das Licht das Geschäft mit den kurzen Videos beleuchtet. Knapp 1,3 Millionen Youtube-Nutzer haben derzeit Unges Kanal abonniert. Das bedeutet zwar nicht, dass jeder Abonnent auch jedes der Videos sieht, von denen teils mehrere pro Tag erscheinen. Aber es ist eine hohe Reichweite für einen jungen Mann, der sich vor allem beim Computerspielen und Skaten filmt. Zum Vergleich: Die Tagesschau am letzten Sonntag vor dem Polizeiruf 110 hatte 5,67 Millionen Zuschauer,“ heißt es im Handelsblatt.

Unge ist der Video Blogger Simon Wiefels. Er brachte Mediakraft, ursprünglich als Netzwerk von Leuten gegründet, die gerne Videoclips drehen, in Schwierigkeiten. Denn einige Kollegen verließen ebenfalls die Agentur.

Die Branche ist jung

Neben Mediakraft gibt es noch zwei weitere große Anbieter: Studio71, das zu Pro7SAT1 gehört, und tubeone, das der Stroer-Media-Group gehört. Mediakraft, mit 600 Millionen Aufrufen im Monat Branchenprimus, wurde 2011 gegründet und war damals das erste Unternehmen in dem sich Vlogger zusammenschlossen.

Boris Bolz, Gschäftsführer von Mediakraft, spricht davon, dass das Unternehmen bisher nur Verluste macht. 45 Prozent der Werbeeinnahmen behält die Google-Tochter YouTube für sich. Den Rest teilen sich Vlogger und Agentur.

Leben können davon nicht einmal die Stars der Szene, wie die Brüder Roman und Heiko Lochmann. Die Lochis, wie sie von ihren Fans genannt werden, hatten vergangenes Jahr eine große Medienpräsenz mit ihren Comedy Clips und den Musikparodien. Beide sind 17 Jahre.

Videos für finanzkräftige Zielgruppen professionalisieren

Videos zu drehen ist heute eine Jedermann-Technologie und es ist Kunst. Ein kommerzielles 5-Minuten-Video kostet ein Unternehmen zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Das sind Summen, die für Vlogger unerreichbar bist.

Die Lochis werden sich überlegen müssen, wie sie ihre vom Publikum geliebten Videos für finanzkräftige Zielgruppen professionalisieren können. Das geht heute wahrscheinlich nur über eine eigene Produktionsfirma. Das gleiche gilt auch für Stefan Wiefels. Wenn nicht, werden sie – wie viele andere Künstler – in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen leben.