Leistungen // Laterales Management

wie werde ich fit für die digitale welt?

In den kommenden Jahren verändern sich durch die Digitalisierung rund die Hälfte aller Jobs. Einige Berufe werden gar ganz wegfallen. Die Mehrheit der Jobs wird neu digital erlernt werden müssen. In unserem Buch Laterales Management heißt es: „Das Neulernen von Berufen, das Ergänzungslernen zu bereits vorhandenen Fähigkeiten und besonders die Durchlässigkeit zu universitären Bildungsangeboten werden zum Normalfall werden. Unternehmen werden ihren Mitarbeitern Angebote unterbreiten, wie sie sich für zukünftige Aufgaben weiterqualifizieren können.“

In Deutschland hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die Handlungsempfehlungen für die digitale Qualifizierungsoffensive erarbeitet hat. Sie entstand aus der Plattform Industrie 4.0, einem Zusammenschluss von 150 Organisationen aus Politik, Gewerkschaften, Verbänden, Wirtschaft und Wissenschaft. Auf dem Bildungsgipfel zur Digitalisierung in Saarbrücken am 16. und 17. November 2016 wurden ihre Ratschläge veröffentlicht:

  1. Technologische Veränderungen analysieren.

  2. Ausbildung betrieblich gestalten.

  3. Weiterbildung flexibel gestalten.

  4. Lernen am Arbeitsplatz fördern.

Kernstück der Empfehlungen sind die bereits 2015 von Siemens veröffentlichten sogenannten Digitalkompetenzen mit dem Schwerpunkt auf selbstgesteuertes Lernen und Medienkompetenz.

Alter Wein in neuen Schläuchen

Das aber ist alles alter Wein in neuen Schläuchen. Dieser groß angekündigte Bildungsgipfel beschrieb Bildungskonzepte des 20. Jahrhunderts. Die Grundidee: Staat und Unternehmen gestalten die digitale Qualifizierung für Arbeitnehmer.

Was heißt aber selbstgesteuertes Lernen wirklich? Es wird die Aufgabe der Menschen selbst sein, mehr Selbststeuerung, und das heißt Zeit und auch Geld, in die eigene Qualifikation zu investieren. Bildungsforscher sind sich einig, dass es keine höheren Renditen auf persönliche Investitionen gibt als die Investition in Bildung. Erfolgreiche Persönlichkeiten in den industriellen Revolutionen, die es zu Wohlstand und Erfolg gebracht haben, haben immer auch von einer verbesserten Aus- und Weiterbildung profitiert.

An dieser Stelle kann sich jeder fragen, ob er ausreichend Zeit und Geld in digitale Weiterbildung, Seminare, Lesen, Internetrecherche, Workshops, neue Qualifizierungen und andere Lernformen investiert. Es hat sich inzwischen durchgesetzt, dass Menschen an der eigenen Fitness und an der Optimierung der persönlichen Ernährung arbeiten. Wenig beachtet ist die Tatsache, dass auch das Gehirn – wie ein Muskel – kontinuierlich trainiert werden muss.

Digitalisierung bedeutet, dass der Einzelne sich intellektuell weiterentwickelt, um in der Arbeitswelt eine Chance auf Einkommen zu haben. Die Möglichkeiten hierfür schafft die Digitalisierung selbst. Und jeder kann sie nutzen. Die persönliche Weiterentwicklung ist die eigentliche Software der digitalen Revolution. Das individuelle Lernprogramm für die mentale Fitness zu gestalten ist die Herausforderung und wird mit dem Fortschreiten der digitalen Revolution an Bedeutung gewinnen.

Digitalisierung bedeutet jedoch im Feld der Qualifizierung besonders mit Menschen über Sinn und Dringlichkeit der Veränderung zu arbeiten.

Von diesem Impetus ist leider wenig in den Handlungsempfehlungen zu lesen. Saarbrücken war ein Schulterklopfen der Wirtschaft, was sie alles schon digital als Weiterbildner tun. Digitalisierung bedeutet jedoch im Feld der Qualifizierung, besonders mit Menschen über Sinn und Dringlichkeit der Veränderung zu arbeiten.

Was soll ich wie lernen im digitalen Zeitalter? Das ist die Grundfrage. Diese Frage wurde deshalb in Saarbrücken nicht beantwortet, weil sie nicht gestellt wurde. Sie muss auch von jedem Einzelnen beantwortet werden und nicht von Organisationen. Jeder braucht seinen eigenen Bildungsgipfel, diese Botschaft hätte von Saarbrücken ausgehen können. Hätte, hätte, Fahrradkette ...