Leistungen // Laterales Management

kulturwandel
in der bauindustrie

Smart Home ist die Idee, dass unsere Häuser und Wohnungen zukünftig über Elektronik gesteuert werden. Dabei geht es im Wesentlichen um selbstregulierende Haustechnik wie der Steuerung von Heizungen, automatische Türöffnung, permanente Information über den Energieverbrauch sowie der Aktvierung von Sicherheitssystemen (Beams).

Bei der Vermietung oder dem Kauf von Wohnungen spielt Smart Home nur für ein Fünftel der Kunden oder Mieter eine Rolle. Die Steuerung des Hauses per iPad wird somit noch auf sich warten lassen. Smart Home schafft in Zeiten eines boomenden Immobilienmarktes kein Differenzierungsmerkmal beim Wohnungsverkauf. Spannender sind derzeit zwei andere Aspekte der Bauwirtschaft: Die Nutzung von der Projektsoftware BIM für Bauprojekte und die Vernetzung von Maschinen auf dem Bau.

Die Projektsoftware BIM (Building Information Modeling) wurde bisher zur Steuerung von internationalen, großen Bauprojekten eingesetzt. Das Bundeswirtschaftsministerium beauftragte das Fraunhofer-Institut für Bauphysik, sechs mittelständige Hochbauprojekte zu evaluieren, die BIM nutzen. Kulturell tun sich besonders mittelständige Betriebe schwer für komplexe Bauprojekte IT-Lösungen durchgängig anzuwenden.

Kulturwandel beim Bauen einleiten

Das BIM-Referenzprojekt läuft derzeit in Braunschweig. Bauherr für den Büroneubau ist die VW Financial Service AG. Weil BIM einen Kulturwandel beim Bauen einleiten soll, sind die Ergebnisse für jeden öffentlich zugänglich. Weiter wegweisend ist, dass der Bauplan für alle Gewerke beim Baubeginn vorliegt. Das ist die Grundlage für die effiziente Form der Baubesprechungen, die vom Fraunhofer-Institut entwickelt wurden. Bei vielen Projekten wird zwar zu Anfang geplant, jedoch gegen Ende des Projektes wird die ursprüngliche Planung oft durch freies Improvisieren ersetzt.

Das heutige BIM hatte jedoch bereits vor 20 Jahren einen Vorläufer: Big Open BIM. Diese Projektsoftware und ihr Einsatz war – freundlich formuliert – das Lernprogramm. Im neuen BIM seien alle Fehler des alten Big Open BIM behoben, so das Fraunhofer-Institut.

Vernetzung von Baumaschinen

Die Messe für Bau- und Baustoffmaschinen findet alle der Jahre in München statt. 2016 waren dort 3.400 Aussteller auf 85 Fußballfeldern oder 605.000 qm. Das Internet der Dinge oder Industrie 4.0 war auch hier das Thema. Baumaschinen sollen zukünftig miteinander kommunizieren und sich selbst steuern. Die wichtigen Impulse kommen hier aus dem Tiefbau, genauer aus dem Bergbau. Die US-Firma Atlas Copco stellte mit CERTIQ ein IT-System vor, mit dem es gelingt Bohrgeräte jederzeit an jedem Ort zu überwachen und zu steuern.

Der Schweizer Werkzeughersteller Hilti bietet seit 2016 die Software ON TRACK an. Es handelt sich dabei um ein digitales Erfassungssystem für Werkzeuge. Die Daten liegen in einer Cloud und die Hilti-Geräte sind mit einem Barcode versehen, der mit Fernübertragung ausgelesen werden kann. Dadurch kann Verschleiß oder Logistik der Baumaschinen besser gesteuert werden. Der Markt für Baumaschinen hat sich seit 2007 kaum erholt. Weltweit ist der Markt seit dieser Zeit um 20 Prozent geschrumpft. Die Digitalisierung ist für den Markt eine Möglichkeit sich von Mitbewerbern zu differenzieren. Für Kunden ist diese Marktentwicklung eine gute Gelegenheit gute Preise zu erzielen.

Haus aus dem 3-D-Drucker

In Dubai wurde in 17 Tagen ein Haus aus einem sechs Meter hohen und 36 Meter langen 3-D-Drucker erstellt. In zwei Tagen wurde das 130.000 Euro teure Haus zusammengebaut. Und auch die Möbel des Bürohauses stammen aus dem 3-D-Drucker.

Galt in der Bauwirtschaft bisher eher das analoge Arbeiten, wird auch hier immer mehr auf die Digitalisierung gesetzt. Das wird in wenigen Jahren auch dort Arbeitsplätze grundlegend verändern. Das Bauen wird also immer mehr Industrie und weniger Handwerk sein.