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Industrie 4.0 & der Werkzeug-maschinenher-steller TRUMPF

In unserem Buch zum LATERALEN MANAGEMENT haben wir geschrieben: Schon heute werden viele einfache, repetitive Tätigkeiten von Maschinen erledigt. Miteinander vernetzte, intelligente Maschinen – die »Industrie 4.0« – weiten diesen Trend auf kompliziertere Tätigkeiten und Dienstleistungen aus. Die Digitalisierung verändert nicht nur die Produktion, sondern auch Produkte, Vertriebsstrukturen, Marketing und Märkte. Sie verändert die Art und Weise, wie wir arbeiten und wie wir leben.1

Bereits 2015 hat Mathias Kammüller vorausgesagt, dass das Unternehmen mit heute 3 MRD € Umsatz 2020 voll digitalisiert sein wird. Das Unternehmen hätte dann die heutige Zukunftsvision Industrie 4.0 umgesetzt. Tatsächlich hat Trumpf mittlerweile eine komplette vernetzte Pilotfabrik aufgebaut.2 Zukünftig will Trumpf nicht nur Maschinenlieferant sein, sondern will die Digitalisierung der Produktion von Kunden übernehmen. 30 % Produktionssteigerungen seien möglich. Noch sei alles im Entwicklungsstadium, jedoch hätten bereits 270 Industrieunternehmen Interesse bekundet, die neue Vernetzungssoftware AXOOM zu nutzen.

Trumpf hat die IT-Plattform geschaffen, über die alle Schritte einer Wertschöpfungskette vernetzt werden können. Sie dient damit als Datensammler in der Fertigung und auch als offene Andockstation für die Anwendungsprogramme anderer Unternehmen.2

Eine Studie gemeinsam mit dem Frauenhofer Institut habe gezeigt, dass fehlende Datentransparenz dazu führe, dass ein wesentlicher Teil der Arbeitszeit aus Leerstand bestehe. Leerstände sind vor allem Transport- und Umrüstzeiten von einem zum nächsten Produktionsschritt. Diese Zeiten machen nach der Studie heute 80 % der eigentlichen Produktion aus. Dateninformationen würden hier zur Verringerung nichtproduktiver Zeiten führen.

Betrachtet mach die Tatsache1, dass in den vergangenen 15 Jahren eine Effizienzsteigerung von ca. 30 % gegenüber der Jahrtausendwende geschaffen wurde, sind weitere 30 % ein unglaublicher Ausblick.

Begleitet wurde das Pilotprojekt mit einer Betriebsvereinbarung mit der IG Metall, die Arbeitszeit zu flexibilisieren. In Hochphasen können dann Mitarbeiter mehr arbeiten und sich dann anschließend längere Auszeiten nehmen.

Kritisch bleibt anzumerken, dass zwar von einer Transformation gesprochen wird, die das Intellektuelle in das Praktische überführen soll – das ist wohl schwäbisch - ohne dass darüber berichtet wird, wie das Management gedenkt Führen, Entscheiden und Zusammen Arbeiten zu organisieren.


Quelle:
http://www.trumpf.com/de/unternehmen/zahlen-und-fakten/auf-einen-blick.html


Literatur:

1 Geschwill, Roland & Nieswandt, Martina, Laterales Management, Das Erfolgsprinzip für Unternehmen im digitalen Zeitalter, Springer 2016

2 FAZ, Mit Industrie 4.0 will Trumpf Produktivität kräftig steigern, 20.April 2016, S.22