Leistungen // Laterales Management

elon musks engagement
in der eifel

Unser Steuerberater erzählte bei unserer letzten Zusammenkunft von einem Bekannten bei Audi, der sich sicher sei, dass das mit dem Elektroantrieb bei PKWs nichts würde. Während der VW-Konzern also bundesweit über die digitale Zukunft des Autos und die notwenigen Investitionen des Konzerns – auch von Audi – eine große Pressekampagne startet, scheinen die eigenen Ingenieure wenig von der Innovation überzeugt.

Anders der Tesla-Gründer und -Großaktionär Elon Musk. Gerüchten zufolge soll das Unternehmen weltweit bereits eine Million Elektroautos auf der Vorbestellliste haben, jedoch nur 50.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren können. Das will Tesla ändern: Ziel sind 500.000 Stück pro Jahr. Deshalb kauft das Unternehmen nun weltweit Firmen dazu, die als Autozulieferer etabliert und besonders auf batteriebetriebene Fertigung spezialisiert sind.

Eifel klingt nicht gerade nach Silicon Valley

Ein solches Unternehmen ist Grohmann Engineering mit 700 Mitarbeitern und 120 Millionen Jahresumsatz in Prüm in der Eifel, nahe dem Nürburgring. Das ist weit weg von deutschen Metropolen. Köln ist etwa 70 Kilometer entfernt, Trier rund 25 Kilometer. Elon Musk musste nach Luxemburg fliegen, um den Vertrag in der Peripherie zu unterzeichnen.

Der Gründer und Tüftler Klaus Grohmann siedelte vor 30 Jahren mit seiner Firma von Düsseldorf in die beschauliche Provinz. Er wollte mit Experten in der Ruhe und Abgeschiedenheit bahnbrechende Technik entwickeln. Die Menschen stehen morgens nicht im Stau und die Familien haben ein breites Naturangebot. Und Schulen gibt es auch dort. Was lediglich fehlt sind Theater, Museen und Kinos. Dafür aber gibt es günstiges Bauland und Platz für Wohneigentum. Talente werden auch dort gebunden, denn nicht jeder braucht die Dichte, die Hektik und den Lärm großer Städte. Dem Gründer Grohmann ist das recht. So konzentrieren sich seine Mitarbeiter auf die Arbeit und sind produktiver.

Richard Florida oder Hermann Simon?

Anfang 2000 gab es mit Richard Florida einen Wirtschaftswissenschaftler, der angeblich einen statistischen Zusammenhang zwischen Kulturförderung und Innovationsentwicklung von Städten gefunden haben will. Damals war Florida in aller Munde: Viele Kommunen ließen sich ganze Stadtentwicklungskonzepte von Floridas Beratungsunternehmen entwickeln.

Prüm in der Eifel war wohl nicht in der Stichprobe, sondern ausschließlich US-amerikanische Städte. Allerdings gab es schon damals wichtige Hinweise in Hermann Simons Buch „Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer“. Dort gab Klaus Grohmann bereits reichlich Auskunft über sein Kulturkonzept.