Leistungen // Laterales Management

digitalisierung ist verlustfreie reproduktion

Während sich die öffentliche Diskussion auf den Aspekt des Arbeitsplatzabbaus konzentriert, gehen besonders Krankenkassen neue Wege der digitalen Kooperation ein. Das ist daher ungewöhnlich, da gesetzliche Krankenkassen in Deutschland stark reguliert sind. Um Ideen für einen smarten Gesundheitsmarkt zu erhalten, kooperiert die Techniker Krankenkasse mit dem Handelsblatt und dem Bundesministerium für Gesundheit: Ausgelobt wurde der Health-i Award, bei dem ein externes Expertengremium die besten Ideen prämiert.

Die Barmer-GEK beteiligt sich gar an einem Risiko-Finanzfond. Das ist besonders heikel, da die Beteiligung an riskanten Finanzmodellen eigentlich verboten ist. Dass private Investoren mit Risikokapital in Start-ups investieren und dafür Finanzfonds gründen ist bekannt, aber Krankenkassen?

Der größte Innovationstreiber im Gesundheitswesen sind neue IT-Technologien

In Nordrhein-Westfalen gibt es einen neuen Fond für Medizintechnologie, der 120 Millionen Euro akquirieren soll. Gründer ist die Venture-Capital-Firma Earlybird aus Berlin. Schwerpunkt des Fonds ist die Unterstützung von Firmen im Bereich Medizintechnik, Digital Health und Diagnostik. Denn der größte Innovationstreiber im Gesundheitswesen sei die Nutzung der neuer IT-Technologien, so der Fondbetreiber.

Der Vorstandsvorsitzende der Barmer-GEK formuliert sein Interessen so: „Unser Ziel ist es, mit dieser Kooperation den medizinischen Fortschritt aktiv voranzutreiben und letztlich neue Versorgungsformen zu ermöglich, von denen die Patienten profitieren.“ Daher beteiligt sich die Kasse mit 15 Millionen Euro. Die anderen Investoren sind die staatliche NRW-Bank, das Unternehmen Miele sowie das Bundeswirtschaftsministerium. Dass sich die Barmer-GEK beteiligen kann, liegt auch an der Besicherung ihres Investments durch ERP-Mittel und Earlybird. Und weil der Anteil der Barmer-GEK kein Verlustrisiko trägt, gibt es auch nur eine Verzinsung von zwei Prozent.

Die Barmer-GEK setzt voll auf die Internetstrategie

Während die AOKen eine Beratung vor Ort für ihre Kunden präferieren, setzen TK und Barmer-GEK auf die Beratung im Netz. Die Barmer-GEK hat in den vergangenen Jahren daher mehr als 5.000 Mitarbeiter freigesetzt und viele Standorte geschlossen. Die AOKen setzen hingegen auf Digitalisierung und Präsenz vor Ort.

Dass das Bundeswirtschaftsministerium sich hier engagiert, hat den Grund, dass man öffentlich-private Partnerschaften fördern möchte. Damit würden im Behördensprech „regulatorische Experimentierräume“ möglich. Da wir als Berater die AOK-Welt gut kennen, sind wir sicher, dass diese sich ebenfalls heute schon auf die Digitalisierung vorbereiten.