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digitalisierung: "america first" eine chance für europa?

Wird der digitale Wettbewerbsvorsprung amerikanischer Unternehmen in den kommenden Jahren gebremst, und investiert Europa in den kommenden vier Jahren in die neuen, digitalen Industrien, sichern europäische Unternehmen langfristig Arbeitsplätze und Wohlstand.

„Freihandel ist als akademische Veranstaltung eine noble Sache!“, so Trump. Er aber will keinen liberalen Freihandel und ruft aus: America first! China und Mexiko stehlen uns die Arbeitsplätze. Die geschlossenen Handelsabkommen werden daher gekündigt und neue, wie das TTP in Asien oder TTIP in Europa, auf Eis gelegt. Die Intellektuellen, die dafür sind, hätten keine Ahnung, raunt Trump weiter.

Die breite Mehrheit der heute lebenden Ökonomen aber weiß, dass Freihandel Wohlstand und Jobs, und Protektionismus Armut schafft. Der britische „Economist“ hat ausgerechnet, dass die Einstellung des grenzüberschreitenden Handel zu Kaufkrafteinbußen von bis zu 28 Prozent für Reiche und 68 Prozent für Arme bedeuten würde.

Freihandel stärkt die Wirtschaft, so David Ricardo, Vordenker des weltweiten Freihandels. Recht hat er! Wenn die USA keine Abkommen mit Asien, Mittel- und Südamerika und Kanada möchten, kann Europa das tun und damit seine Wirtschaft stärken – ohne die USA, und vielleicht auch ohne England, Russland und die Türkei.

„America first“ heißt „Europe first“

Der neue Präsident der USA will traditionelle Industrien wie Bergbau, Energie und einfache Fertigung ins Land zurückholen und ein staatliches Wirtschaftsprogramm für klassische Industrien auflegen. Doch wichtiger werden in den kommenden Jahren hochwertige, digitale, zukunftsfähige Industrien.

Wird der digitale Wettbewerbsvorsprung amerikanischer Unternehmen in den kommenden Jahren gebremst, und investiert Europa in den kommenden vier Jahren in die neuen, digitalen Industrien, sichern europäische Unternehmen langfristig Arbeitsplätze und Wohlstand.

Weltmacht USA, ein Nachruf

2003 erschien von Emanuel Todd das Buch Weltmacht USA, ein Nachruf: „In Wirklichkeit geht es darum, die politische Kontrolle über die weltweiten Ressourcen zu sichern. Denn die USA sind mittlerweile vom "Rest der Welt" viel abhängiger als umgekehrt. Amerika versucht seinen Niedergang zu kaschieren durch einen theatralischen militärischen Aktionismus, der sich gegen relativ unbedeutende Staaten richtet.“

Zum theatralischen militärischen Aktionismus, wie ihn Todd verstand, kommt jetzt noch theatralische wirtschaftliche Borniertheit.