Leistungen // Laterales Management

die chinesen kommen

Die großen Computerfirmen von der Westküste der USA haben bekanntlich bei der Präsidentschaftswahl Hilary Clinton unterstützt. Nach der Wahl haben alle den neuen US-Präsidenten besucht und mit ihm darüber gesprochen wie es weiter gehen soll.

Mit AMERICA FIRST AGAIN jedenfalls nicht. Natürlich wäre es ganz nett, wenn man das im Ausland vor den amerikanischen Steuerbehörden gebunkerte Geld über ein Gesetz wieder in die USA „weiß waschen“ könnte, jedoch sei das Geschäft von Google, Amazon und Apple international ausgerichtet. Zuviel Protektionismus verhindere eine Marktausbreitung in andere Länder.

Russia and China first ever

Der Markt im Internet ist in China seit Jahren abgeschottet. Eingekauft und gesucht wird in der Volksrepublik China über Alibaba und Baidu. 700 Millionen Chinesen kommunizieren nicht über Facebook sondern über WeChat, eine App des Tencent-Konzern. Man kennt diese Unternehmen alle nicht. Alibaba ist zwar in New York als Aktie gelistet, macht seinen Umsatz jedoch zu 85 Prozent in China. Die kommunistische Regierung hat mächtig Angst vor einem offenen Internet und einer Web-Kommunikation wie sie in westlichen Ländern üblich ist. Auch in Russland gibt es eine Alternative zu Google. Yandex ist ein russisch-niederländisches Unternehmen mit 64 Prozent Marktanteil. Yandex schafft es dort immer wieder, dass Google wegen Missbrauch seiner Markstellung verurteilt wird.

Impulse aus einem unfreien Land

Die App „musical.ly“ ist die Erfindung eines Chinesen aus Shanghai, der derzeit den US-amerikanischen sowie den deutschen Musikmarkt aufmischt. Denn er findet den abgeschotteten Heimatmarkt langweilig. Alibaba profitiert zwar davon, dass Google verboten ist, führt aber auch dazu, dass es fett, träge und wenig innovativ ist. Anders Louis Xang, Gründer von musical.ly. Er bringt Menschen in den USA, Deutschland und Mexico dazu, ihre Musik und Präsentation zu posten. Dieses Angebot wird von den überwiegend extrovertierten Nutzern gerne genutzt, um sich im Netz darzustellen. musical.ly lässt Menschen auf einem Smartphone aussehen, als wären sie Superstars. Und während diese Funktion US-amerikanische Jugendliche ganz wuschig macht, würde die App in China gar nicht funktionieren, da die chinesische Kultur ein solches Posing eher verachtet.

musical.ly ist ein Beispiel dafür, wie aus einem unfreien Land Impulse für eine Marktwirtschaft kommen können. Dort gibt es Unternehmer, die ähnlich ökonomisch liberal denken, wie in der westlichen Welt. Von diesen Menschen gilt es viel zu lernen. Es wäre schade diese Talente auszugrenzen. Auch wenn einige alte Männer auf der Welt nationale Abschottung wieder für ein geeignetes Mittel halten, eigene Interessen durchzusetzen.